Gabriel sagt protestierenden Stahlarbeitern Unterstützung zu

Mehrere tausend Stahlkocher bei Aktionstag »Stahl ist Zukunft« erwartet / Bundesweite Aktionen für Erhalt der Arbeitsplätze geplant

  • Lesedauer: 2 Min.

Duisburg. Vor einer Kundgebung in Duisburg hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den Stahlkochern Unterstützung im Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zugesagt. »Das Ruhrgebiet ist die Herzkammer der deutschen Industrie. Dazu gehört unverzichtbar die Stahlindustrie«, sagte Gabriel der »Passauer Neuen Presse«.

»Ohne Stahl geht es weder in der Automobilwirtschaft noch im Maschinen- und Anlagenbau. Und ohne Stahl auch keine Energiewende - denn er ist ein zentraler Werkstoff für Windräder an Land und auch beim Bau von extrem belastbaren Windkraftanlagen auf See«, sagte Gabriel der Zeitung.

Der Minister wird am Nachmittag zu einer Kundgebung vor den Toren des größten deutschen Stahlkonzerns Thyssenkrupp in der Revierstadt erwartet. Die IG Metall rechnet allein in Duisburg mit rund 10.000 Teilnehmern. Bundesweit sind Aktionen von Stahlarbeitern geplant, darunter in Berlin und dem Saarland. In der vergangenen Woche hatten rund 4.000 Beschäftigte der niedersächsischen Stahlindustrie demonstriert,

Auch IG Metall-Chef Jörg Hofmann, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp-Stahl, Günter Back, werden zu den Demonstranten sprechen. Bereits im Februar hatten Tausende Stahlarbeiter und Manager in Brüssel bei der EU protestiert.

Zuvor hatten am frühen Morgen Stahlkocher die Produktion bei Thyssenkrupp weitgehend gestoppt. Bis zum Wiederanlaufen der Anlagen mit Beginn der Nachtschicht gegen 22.00 Uhr seien nur Notbelegschaften im Einsatz, sagte Betriebsrat Back.

Hintergrund der Aktion ist eine Krise der Traditionsbranche durch Dumpingpreise für Stahl-Einfuhren aus China und drohende höhere Kosten durch Klima- und Energieauflagen in Europa. Bundesweit beschäftigt die deutsche Stahlindustrie rund 85.000 Menschen. Agenturen/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -