Ägyptische Sicherheitskräfte nehmen Menschenrechtler fest
Inhaftierung vor angekündigten Protesten gegen Regierung / Großes Polizeiaufgebot in Kairo / Präsident al-Sisi will Demonstrationen verhindern
Kairo. Tausende Einsatzkräfte haben vor angekündigten Protesten gegen die ägyptische Regierung am Montag in Kairo Stellung bezogen. Vor allem im Zentrum der Hauptstadt - unter anderem nahe des Tahrir-Platzes - waren viele Einsatzwagen zu sehen. Die dortige U-Bahn-Station wurde gesperrt. An anderen Haltestellen waren Sicherheitskräfte positioniert. Mindestens vier Kampfjets kreisten zeitweise über der Stadt.
Am Montag haben ägyptische Sicherheitskräfte den Gründer einer bekannten Menschenrechtsorganisation festgenommen. Ahmed Abdallah von der Ägyptischen Kommission für Rechte und Freiheiten (ECRF) sei am frühen Montagmorgen aus seinem Haus in Kairo auf eine Polizeiwache gebracht worden, berichteten mehrere ägyptische Organisationen in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Die Regierung Ägyptens möchte verhindern, dass Menschen an den von Aktivisten und Oppositionsgruppen angekündigten Protesten gegen die die Führung des Landes teilnehmen. Anlass ist der Plan des autoritären Staatspräsidenten Abdel Fattah al-Sisi, zwei Inseln unter ägyptischer Verwaltung im Roten Meer an Saudi-Arabien zu übergeben. Dagegen hatte es bereits Mitte April größere Proteste gegeben; sie blieben weitgehend friedlich.
Bereits in der Nacht zum Freitag hatte es in Kairo und anderen Teilen des Landes Dutzende Verhaftungen gegeben, die mit den für Montag angekündigten Protesten in Verbindung gebracht werden. dpa/nd
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