Anhaltend hohe Unfallzahlen
Die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen erfasst in Deutschland die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Sie trägt die Meldungen der Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger im öffentlichen Dienst zusammen. Wenn ein Arbeits- oder Wegeunfall vorliegt, sind die Krankenkassen aus dem Spiel. Bei der DGUV meldepflichtige Unfälle sind solche, auf die eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen folgt. Unfälle mit kürzerer Krankschreibung sind »nicht meldepflichtigen Leistungsfälle«. Beispielsweise Unfälle von Schülerinnen und Schülern sind dagegen immer meldepflichtig.
Nach den vorläufigen Zahlen ereigneten sich in Deutschland im Jahr 2015 insgesamt 865 500 Arbeitsunfälle mit folgender längerer Arbeitsunfähigkeit gegenüber 869 817 im Jahr 2014. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle stieg von 174 240 auf 178 009. 438 der Arbeitsunfälle und 348 der Wegeunfälle im letzten Jahr gingen tödlich aus (2014: 483 Arbeitsunfälle, 322 Wegeunfälle). Die Zahl der nicht meldepflichtigen Leistungsfälle ist bei den Arbeitsunfällen deutlich höher. Im letzten Jahr verunglückten gut eine Million Menschen bei der Arbeit. Auf dem Weg zur oder von der Arbeit waren es mit 145 418 deutlich weniger.
Viele Unfälle in Zusammenhang mit der Arbeit führen auch zu Berufs- oder dauerhafter Arbeitsunfähigkeit. Nach Arbeitsunfällen erhielten 69 723 Menschen im Jahr 2015 erstmals eine Berufskrankheitsrente aus einer der neun gewerblichen Berufsgenossenschaften in der DGUV, sowie 251 Personen aus einer der 19 öffentlichen Unfallkassen.
77 040 »Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit« führt die DGUV für das Jahr 2015 insgesamt auf. Welche Krankheit eine Berufskrankheit ist, steht in der entsprechenden Liste gemäß dem Siebten Buch Sozialgesetzbuch. Dazu zählen Krankheiten nach chemischen oder physikalischen Einflüssen, durch Infektionserreger oder Parasiten sowie Erkrankungen der Atemwege. Psychische oder stressbedingte Erkrankungen sind darin bislang nicht aufgeführt. jme
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.