Winfried Kretschmann zum Ministerpräsidenten gewählt

Baden-Württemberg: Im ersten Wahlgang wird der Grüne im Amt bestätigt / 67-Jähriger führt jetzt eine Koalition mit der CDU an / Sieben Koalitionäre verweigerten ihm die Stimme

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Bei einer Probeabstimmung hatte es sich abgezeichnet, nun haben auch bei der Wahl Winfried Kretschmanns zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg einige Vertreter der CDU dem Grünen die Stimme verweigert.

Stuttgart. Bereits im ersten Wahlgang hat der Landtag von Baden-Württemberg den Grünen-Politiker Winfried Kretschmann zum Ministerpräsidenten gewählt. Der 67-Jährige führt als Regierungschef die bundesweit erste grün-schwarze Landesregierung.

Für Kretschmann votierten am Donnerstag in geheimer Abstimmung 82 der 142 anwesenden Abgeordneten. Das waren zehn Stimmen mehr als nötig. Gleichwohl fehlten ihm sechs Stimmen aus dem Regierungslager. Grün-Schwarz verfügt zusammen über 89 Abgeordnete (Grüne 47, CDU 42). Eine Grünen-Abgeordnete fehlte wegen Krankheit.

Innerhalb der CDU-Fraktion gibt es große Vorbehalte gegen Kretschmann und daher auch gegen den CDU-Landeschef Thomas Strobl, der die Koalition mit den Grünen maßgeblich eingefädelt hat. Bei einer Probeabstimmung hatten mehrere Unionsabgeordnete gegen Kretschmann gestimmt.

Kretschmann ist nun der erste Ministerpräsident der Grünen, der im Amt bestätigt wurde. Bei der Landtagswahl am 13. März waren die Grünen erstmals in ihrer Geschichte stärkste Kraft geworden. Die zuvor von Kretschmann geführte grün-rote Koalition hatte wegen der starken Verluste der SPD die Mehrheit verloren. dpa/nd

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