Trumps Truppe
Klaus Joachim Herrmann über den neuesten Anhänger des US-Kandidaten
Nicht ist erfolgreicher als der Erfolg. Das weiß auch der selbst so einflussreiche republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses in Washington. Um nicht den Anschluss zu verlieren, erklärt sich Paul Ryan vielleicht gerade noch rechtzeitig zum Gefolgsmann des durch die Vorwahlen stürmenden Milliardärs Donald Trump. Vom belächelten und verspotteten Politrüpel mit Aussetzern ist dieser längst zum aussichtsreichen Bewerber um die Kandidatur seiner Partei für die US-Präsidentschaft geworden. Wer die erst einmal errungen hat, der kämpft dann mit 50:50-Chance um die ganze Macht - dazu gehören Atomcodes, Weißes Haus - und wer weiß, was sonst noch alles.
Wochenlanges Zögern und der Verweis auf Differenzen macht die Kapitulation vor dem Quereinsteiger mit rechtspopulistischen und anderen üblen Zügen nur vollkommen. Dass Trump die Hoffnung seines neuen Parteigängers auf Hilfe bei der Gesetzgebung im Repräsentantenhaus erfüllen werde, deckt nicht einmal unvollkommen den Rückzug Ryans. Der muss jetzt ganz auf Trumps Linie schwenken - sonst wäre er keine Unterstützung. Schon hat Ryan vorsorglich »mehr Gemeinsamkeiten als Meinungsunterschiede« in den zentralen Fragen des republikanischen Programms und in Trump einen »warmherzigen und aufrichtigen Menschen« entdeckt. Trumps Truppe wird nun ungebremst wachsen und auf den ganz großen Sieg setzen.
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