Im Kalten Krieg
Klaus Joachim Herrmann über die NATO-Manöver vor Russland
Unter dem Logo Abschreckung begannen im Baltikum 150 Kilometer von der russischen Grenze entfernt Manöver von 10 000 Soldaten aus 13 Staaten. »Unbefristet« sollen in Estland, Lettland und Litauen NATO-Einheiten in Stellung gehen, ein Bataillon ausgerechnet unter deutschem Kommando. Eine Eingreiftruppe ist binnen Tagen ins Krisengebiet zu verlegen. »Maßgeschneiderte Entscheidungen für die Südostregion« kündigt die NATO an und meint Rüstung und Aufmarsch in Rumänien - mit Blick auf das Schwarze Meer und die Krim.
Ihre Bereitschaft zur Mobilmachung prüft die russische Armee. Das sei keine Reaktion auf NATO-Manöver und -Aufmarsch, wiegelt der Chef des Verteidigungsausschusses der Duma in Moskau ab. Doch beziehungsvoll endet das russische Manöver am 22. Juni - dem 75. Jahrestag des Überfalls von Hitlerdeutschland auf die Sowjetunion. Deutlicher und zugleich subtiler lässt sich kaum mitteilen, was Moskau vom Vorgehen der NATO hält und wie es damit umgeht.
Die Übernahme der Krim lässt sich immer besser als vorbeugende Maßnahme rechtfertigen, riskante Flug- und sonstige russische Manöver in Grenznähe gehen auch als Abschreckung durch. Der Kalte Krieg ist zurück, wenn gefährliche Eskalation wieder zur Gewohnheit wird.
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