Gesichtserkennung soll Spione aufspüren
Berlin. Das Bundesamt für Verfassungsschutz nutzt Systeme zur automatischen Gesichtserkennung mutmaßlicher Extremisten und ausländischer Spione. Die Software werde »in Analyseanwendungen mit dem Ziel der Personenidentifizierung« eingesetzt, zitiert das Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« aus einer als vertraulich eingestuften Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der LINKEN. Mit Hilfe dieser Systeme versuche der deutsche Inlandsgeheimdienst, Personen auf Fotos, in Überwachungsvideos und in Filmen aus sozialen Netzwerken zu erkennen, etwa in Propagandavideos der Terrormiliz Islamischer Staat. Wo genau und wie erfolgreich der Verfassungsschutz die Programme einsetze, sei unklar. Kommerzielle Anbieter, etwa die russische Firma FindFace, hätten nach Analysen von US-Forschern bereits Trefferquoten von etwa 70 Prozent. Man beobachte den Markt für solche Systeme »regelmäßig mit dem Ziel der Verbesserung«, zitiert der »Spiegel« aus der Antwort der Bundesregierung. dpa/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.