Abgas-Gegner
PERSONALIE
Ein Fahrradfahrer und LINKE-Politiker wird oberster Aufklärer im VW-Skandal: Vorsitzender des entsprechenden Untersuchungsausschusses des Bundestags ist künftig Herbert Behrens. »Es geht nicht nur um VW, es gibt Indizien, dass auch andere Konzerne wie Mercedes, Opel, Fiat und japanische Hersteller falsche Angaben zum Schadstoffausstoß ihrer PKW gemacht haben«, sagt der Niedersachse. Der 62-Jährige spricht lieber von einem »Abgas-Skandal-Untersuchungs-Ausschuss«. Kein gutes Haar lässt der Schriftsetzer und Sozialwissenschaftler an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU): Dessen Haus gehe entsprechenden Hinweisen nicht nach, selbst wenn die aus dem Umweltbundesamt kämen.
Behrens, seit 2009 LINKE-Verkehrsexperte im Bundestag, macht sich für eine andere Mobilität stark. »In der Stadt müssen wir wegkommen von der Bevorzugung des Motorisierten Individualverkehrs, kurz: Miv«, sagt der Vater eines Sohnes. Und »Miv« klingt bei ihm wie »Mief«. Eine Mobilität ohne Auto müsse möglich sein. Durch eine andere Industriepolitik und regionale Wirtschaftskreisläufe will Behrens Transporte überflüssig machen.
Zwar sei er Radfahrer, lacht der Politiker, der in der DKP und in den Gewerkschaften IG Druck und Papier sowie ver.di politisch sozialisiert wurde. »Doch ich buckele nicht nach oben und trete nach unten.« Das Rad nutzt er, weil er so bequem in der Stadt vorankomme und nicht immer nach einem Parkplatz suchen müsse.
Im Untersuchungsausschuss will Behrens Interessenanwalt derjenigen sein, die durch manipulierte Abgaswerte geschädigt wurden. Damit meint er diejenigen, »die aus Versehen eine Dreckschleuder gekauft haben und jene, die unter den Schadstoffen leiden«.
Worunter er persönlich beim Hinterherradeln besonders leidet? Die schlimmsten Stinker seien Busse und Lkw. Dieselfahrzeuge halt. »Doch schädlich sind nicht nur Auspüffe, aus denen Ruß kommt«, sagt Behrens mit Blick auf Pkw sowie das Treibhausgas Kohlendioxid und andere Schadstoffe.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.