Türkei: Festnahmen wegen Regierungskritik auf Facebook
Polizei ruft zu Denunziationen kritischer Profile auf / Sieben Personen festgenommen
Istanbul. Wer sich in den sozialen Medien gegen den türkischen Präsidenten Erdogan oder für den gescheiterten Putschversuch geäußert hat, muss mit einer Festnahme rechnen. Bereits sieben Personen seien in mehreren türkischen Städten festgenommen worden, meldete unter anderem »CNN Türk« in der Nacht zum Mittwoch.
Den Festgenommenen werde unter anderem vorgeworfen, mit Einträgen in sozialen Medien »die verfassungsmäßige Ordnung gestört«, »Kriminelle gelobt« oder Erdogan beleidigt zu haben. Die Zeitung »Cumhuriyet« berichtete, dass im nordwesttürkischen Tekirdag ein 18-Jähriger nach angeblicher Beleidigung des Präsidenten verhaftet worden sei.
Nach dem Putschversuch hatte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu von einer Aufforderung der Polizeidirektion Ankara berichtet, Profile zu melden, die »terroristische Aktivitäten« unterstützten und »schwarze Propaganda« betrieben. Bürgern wurde empfohlen, Screenshots (Bildschirmfotos) anzufertigen und die Profilinformationen der verdächtigen Nutzer weiterzugeben. Unklar war, ob die jüngsten Festnahmen auf die erbetenen Denunziationen zurückzuführen sind. dpa/nd
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