Ein nachhaltiger Schubser
Simon Poelchau meint, Berlin kann beim Klimaschutz viel von Oslo lernen
Seit der ersten Lokomotive im 19. Jahrhundert hat die Menschheit in Sachen Mobilität einen Sprung gemacht. Ob später auch im Flieger oder im Auto, es ging immer schneller immer weiter weg. Diese Bewegungsmöglichkeiten fußen auf einem einzigen Prinzip: der Verbrennung fossiler Energieträger. Damit will Norwegen nun Schluss machen.
Ab 2025, so plant die Regierung in Oslo, sollen keine Diesel- oder Benzinautos mehr zugelassen werden. Das ist ein mutiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel. Das Land würde damit zu einem wahren Pionier in Sachen Energiewende. Denn Ökostrom hin oder her: Ernstzunehmende Überlegungen, auch im Verkehr von den klimaschädlichen Verbrennungsmotoren wegzukommen, gab es bisher noch nicht. Zu sehr ist die moderne Gesellschaft, der moderne Kapitalismus auf die enorme Mobilität angewiesen, die mit der ersten Lok entfesselt wurde. Zu wenig wurde bisher an Alternativen zu Benzin, Kerosin und Diesel geforscht.
Und auch jetzt ist vor allem vom autonomen und nicht vom klimaneutralen Fahren die Rede. Deswegen sollte sich Berlin an Oslo ein Beispiel nehmen und den hiesigen Autobauern eine ordentlichen Schubser in Richtung Nachhaltigkeit verpassen. Denn so wichtig Audi, BMW und Co. für die Konjunktur sind, so sehr sind sie in Sachen E-Mobilität Nachzügler.
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