512 000 mal Briefwahl beantragt
Bei der Briefwahlbeteiligung zeichnet sich ein neuer Rekord ab. Mit Stand Mittwochmorgen haben bereits mehr als 512 000 Berliner einen Antrag gestellt, um bis zum Wahltag die Stimme per Brief abzugeben. Das waren 80 000 Berliner mehr als zum selben Zeitpunkt bei der letzten Abgeordnetenhauswahl im Jahr 2011. Insgesamt entspricht die Briefwahlbeteiligung bereits 18,5 Prozent der rund 2,48 Millionen Wahlberechtigten, sagte die Landeswahlleiterin Petra Michaelis-Merzbach am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Abgeordnetenhaus.
Die Landeswahlleiterin begrüßte zwar die sich abzeichnende hohe Wahlbeteiligung, die sich im großen Interesse an der Briefwahl spiegelt. Sie habe aber »gemischte Gefühle«, weil anders als in der Wahlkabine nicht klar sei, wer zu Hause am Küchentisch wirklich das Kreuz auf dem Wahlschein mache. Außerdem beinhalte die Briefwahl höhere Fehlerquoten.
Dass die Wahl zum Abgeordnetenhaus und den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen wegen Problemen beeinträchtigt werden könnte, wie es noch vor wenigen Monaten den Anschein hatte, glaubt die Landeswahlleiterin indes nicht mehr. »Für den 18. September sind die Wahlorgane gut gewappnet«, sagte Michaelis-Merzbach am Mittwoch. Auch die neue Software für die Wahl, die zu Beginn Fehler machte, funktioniert inzwischen gut. Ebenfalls unproblematisch seien in den vergangenen Wochen die Um- und Anmeldungen bei den Bürgerämtern für Wahlberechtigte verlaufen, deren Anliegen trotz der hohen Belastung gestemmt werden konnte.
Die Wahlberechtigten können am Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr ihre Stimme in ihren Wahllokalen abgeben. Insgesamt gibt es 1779 Wahllokale, die über die Stadt verteilt sind, immerhin zwei Drittel verfügen über einen barrierefreien Zugang. Rund 20 000 freiwillige Wahlhelfer sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Die Auszählung der Stimmen ab 18 Uhr am Sonntag ist öffentlich. Interessierte können vor Ort die Stimmauszählung in Augenschein nehmen, soweit es der Platz in den Wahllokalen erlaubt.
Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus werden mindestens 130 Abgeordnete gewählt, 78 über die Direktwahlkreise. Außerdem werden die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen mit ihren je 55 Abgeordneten gewählt.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.