Alarmstarts wie im Kalten Krieg

NATO fliegt Rekordzahl an Einsätzen »wegen Russland«

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Brüssel. Kampfflugzeuge der NATO haben 2016 so viele Alarmstarts absolviert wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Von europäischen Militärbasen aus seien im vergangenen Jahr rund 780 Einsätze zur Identifizierung und Überwachung russischer Flugzeuge geflogen worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Bündnisstützpunktes in Ramstein in Rheinland-Pfalz gegenüber dpa. 2015 waren es nur 410 Einsätze gewesen.

Die deutlich erhöhte Alarmstart-Zahl ist nach NATO-Angaben vor allem darauf zurückzuführen, dass die türkische Luftwaffe ihre Einsätze seit 2016 vermehrt unter NATO-Kommando fliegt. Als Grund dafür gilt das militärische Eingreifen Russlands in den Syrien-Konflikt. Die NATO rechtfertigt die verstärkte Luftraumüberwachung mit russischen Manövern und einer angeblichen Angst östlicher Mitgliedsländer vor einem russischen Angriff. Flugsicherungsexperten weisen allerdings darauf hin, dass die russischen Manöver in der Regel völlig legal sind und nicht gegen internationale Regeln verstoßen.

Das Außenministerium in Moskau hat die zunehmende Aktivität der NATO an der Grenze zu Russland kritisiert. Die internationale Truppenkonzentration erinnere ihn an die Lage vor 100 Jahren, als in Russland Bürgerkrieg herrschte und ausländische Militärs eine mögliche Intervention in Russland vorbereitet hätten, sagte Vizeaußenminister Alexej Meschkow der Agentur Interfax am Samstag. dpa/nd

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