Haushalt und Pflege überwiegend von Frauen geleistet

  • Lesedauer: 2 Min.

Für die Fürsorge von Angehörigen wenden Frauen mehr als doppelt so viel Zeit auf wie Männer. Dies geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Besonders deutlich seien die Unterschiede bei erwerbstätigen Frauen und Männern in Paarhaushalten mit Kindern. Hier sind die Frauen überwiegend teilzeitbeschäftigt und schultern den größten Teil der Haus- und Fürsorgearbeit.

Die Summe der Gesamtarbeitszeit von Frauen und Männern unterscheidet sich der Studie zufolge wenig. Frauen arbeiten demnach im Schnitt täglich sieben Stunden 44 Minuten, bei Männern sind es sieben Stunden 40 Minuten. Männer in Vollzeit bekommen 73 Prozent ihrer Gesamtarbeitszeit bezahlt, während teilzeitbeschäftigte Frauen nur für 43 Prozent ihrer Arbeit auch Geld erhalten und den größten Teil unbezahlt leisten.

Wenn Mann und Frau beide Vollzeit arbeiteten, leiste die Frau im Schnitt gut drei Stunden Hausarbeit, der Mann jedoch nur zwei Stunden. Wenn es die Umstände nötig machten, gleiche sich das Verhalten unterdessen an. Bei Alleinerziehenden gibt es der Studie zufolge kaum Unterschiede zwischen der unbezahlten Arbeit von Männern und Frauen.

Besonders groß ist die Kluft zwischen Männern und Frauen in Haushalten mit Kindern unter sechs Jahren. Die Betreuung von Kleinkindern ist nach wie vor weitgehend Frauensache. Da Mütter häufiger in Elternzeit gingen als Väter, entfalle mit über 90 Prozent der größte Anteil des Elternzeitvolumens, für den Elterngeld bezogen wird, auf Frauen. Agenturen/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.