Babett Peter jagt den nächsten Rekord

Die Dauersiegerin will mit Wolfsburg ihren fünften Triumph im DFB-Pokal. Ihr Trainer Ralf Kellermann kritisiert die eigene Klubführung für die Verschiebung der Meisterfeier

  • Ulli Brünger, Köln
  • Lesedauer: 3 Min.

Sie ist die Zuverlässigkeit in Person. Und immer, wenn es um Titel und Trophäen geht, ist Babett Peter nicht weit. Die Innenverteidigerin vom deutschen Fußballmeister VfL Wolfsburg kann an diesem Samstag (16.15 Uhr/ARD) in Köln sogar ihren eigenen DFB-Pokal-Rekord ausbauen. Sollte die Nationalspielerin mit ihrer Mannschaft auch die Neuauflage des Vorjahresfinals gegen den Bundesligarivalen SC Sand gewinnen, wäre das bereits ihr fünfter Pokaltitel - mit drei verschiedenen Klubs. Das hat vor ihr noch keine deutsche Spielerin geschafft.

»Pokalendspiele sind die Highlights, auf die ich mich die ganze Saison lang freue«, betont die 29-jährige Peter vor dem Finale gegen den Dorfverein aus der Gemeinde Willstätt in Baden-Württemberg. Für solche Spiele quäle sie sich im Training. »Es ist jedes Mal total schön, den Pott in die Höhe zu stemmen.«

Das Gefühl kennt sie zu Genüge, genug hat sie davon aber noch lange nicht. Schon 2006 siegte die Nationalspielerin mit Turbine Potsdam, damals noch im Berliner Olympiastadion. 2014 gewann Peter den »Pott« dann mit dem 1. FFC Frankfurt und im Anschluss 2015 und 2016 mit Wolfsburg.

Verantwortlich für die großen Erfolge der »Wölfinnen« ist Trainer Ralf Kellermann. In Köln, wo bisher 15 000 Karten für das Endspiel verkauft wurden, sitzt der 48-Jährige zum letzten Mal als Cheftrainer auf der Bank. Von der kommenden Saison an beschränkt sich der Duisburger auf die Aufgaben als Sportlicher Leiter des Frauenteams. Bisher erledigte er beides in Personalunion. »Die Aufgaben sind inzwischen zu zahlreich, als dass man sie weiter in dieser Doppelfunktion ausüben könnte«, begründete Kellermann am Freitag in Köln seinen Teilrückzug nach neun Jahren als Trainer.

Im Vorjahr bezwang seine mit zahlreichen Nationalspielerinnen gespickte Mannschaft die Sanderinnen mit 2:1, tat sich aber schwer. Kellermann erwartet am Samstag wieder ein enges Match: »Die Vorzeichen sind ähnlich wie im Vorjahr. Wir gehen als Favorit mit sehr viel Selbstvertrauen in das Spiel. Aber wir wissen auch, dass Sand jederzeit in der Lage ist, ein Spitzenteam vor Probleme zu stellen.«

Sands Trainer Richard Dura beurteilt die Chancen des Außenseiters realistisch. »Die Rollen sind klar verteilt«, sagte er. »Aber wir haben eine kleine Chance und wollen das Beste daraus machen.«

Deutliche Kritik äußerte Kellermann an der eigenen Geschäftsführung wegen der Verlegung der Meisterfeier. Die Wolfsburger hatten gegen den Willen der Frauenabteilung, der Stadt Wolfsburg und der Fans entschieden, auf die geplante und traditionelle Titelparty am Sonntag am Rathaus zu verzichten. Grund: Der Verein sei derzeit ganz auf das Männerteam fokussiert, das in den Relegationsspielen gegen den Zweitligadritten Eintracht Braunschweig noch um den Klassenverbleib in der Bundesliga kämpft. Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel am Donnerstag muss der VfL am kommenden Montag in Braunschweig antreten.

»Uns hat es hart getroffen. Wir wissen, dass es eine schwierige Situation für den Verein ist. Und wir gehen auch sensibel mit dem Thema um«, sagte Kellermann, der ein gewisses »Verständnis für die Entscheidung« der Geschäftsführung aufbrachte. »Aber es tut schon weh. Und auch die Art und Weise, wie es kommuniziert wurde, hat uns getroffen. Die Mannschaft hat es erst aus den Medien erfahren.« dpa/nd

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft
- Anzeige -

Das »nd« bleibt gefährdet

Mit deiner Hilfe hat sich das »nd« zukunftsfähig aufgestellt. Dafür sagen wir danke. Und trotzdem haben wir schlechte Nachrichten. In Zeiten wie diesen bleibt eine linke Zeitung wie unsere gefährdet. Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung nach oben zeigt, besteht eine niedrige, sechsstellige Lücke zum Jahresende. Dein Beitrag ermöglicht uns zu recherchieren, zu schreiben und zu publizieren. Zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -