Bildung von Anfang an
Grit Gernhardt fordert kostenfreie Kitas für alle
Bildung kostet Geld, gute Bildung kostet noch mehr Geld. Aber Bildung ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern die wichtigste Grundlage für das Fortbestehen einer Gesellschaft, eine Versicherung gegen Armut, Ausgrenzung und wissenschaftlichen Stillstand. Dass Schulen kostenlos sind, finden daher die meisten Menschen richtig. An der Gebührenfreiheit für Universitäten scheiden sich schon eher die Geister.
Ganz absurd wird es hingegen bei Bildungseinrichtungen für Kleinkinder. Denn nichts anderes sind Krippen und Kitas. Allerdings werden sie offiziell als Betreuungseinrichtungen bezeichnet; von Ewiggestrigen gar als Zerstörung der traditionellen Kernfamilie betrachtet, in der selbstverständlich die Mutter für die Betreuung der Kinder bis zum Schulalter zu sorgen hat. Nach dieser Denkweise sind Eltern, die ihre Kinder betreuen lassen, selbst schuld und zahlen dafür eine Strafe in Form von Kitagebühren.
Dabei sind kostenfreie Kitas ein wichtiger Beitrag zu einer gleichberechtigteren Gesellschaft, in der Bildung für alle vorgesehen ist - ungeachtet von Geldbeutel und/oder Herkunft. Die Kosten für eine qualitativ gute und personell untermauerte Kleinkindbildung muss dabei selbstverständlich der Staat tragen. Und damit der dringend nötige Ausbau der Kitas den finanziell stark belasteten Kommunen nicht noch weiter über den Kopf wächst, sind dafür Bundeshilfen gefragt. Wer eine gebildete Gesellschaft haben will, muss in die Bildung investieren - von Anfang an.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.