Glücksspiel gehört eingeschränkt
Alexander Isele unterstützt Berlins Versuch, die Zahl der Casinos zu verringern
Wie schwer es ist, gegen Spielhallen vorzugehen, erfährt dieser Tage die Hauptstadt. Berlin hat seit geraumer Zeit die bundesweit restriktivsten Auflagen für den Betrieb von Casinos - diese wurden 2016 sogar noch einmal verschärft. Nicht ohne Erfolge, allein in diesem Jahr konnte 70 Spielhallen die Lizenz entzogen werden. Nur: Fast alle betroffenen Betreiber haben gegen die Schließung Widerspruch eingelegt. Und: Sie versuchen mit Tricks, sie zu verhindern, tauschen beispielsweise die Betreiber aus, um als sauber zu gelten. Noch gibt es über 400 dieser Hallen in Berlin. Immer noch werden täglich 500 000 Euro allein in die Automaten der Hauptstadt versenkt. 40 Millionen Euro verdient die Stadt an der Gewinnsteuer - wie hoch mag erst der Gewinn der Betreiber sein? Und vor allem: wie hoch der Verlust der Spieler? Denn Spielsucht hat für Betroffene und deren Angehörige allerschlimmste Folgen. Alle psychologischen Tricks werden angewandt, um die Menschen zum Einwerfen des Ersparten zu bewegen. Ohne Tageslicht verhindert das stetige, künstliche Licht, dass die Menschen abends heimgehen.
Welche psychologischen Tricks die Glücksspiellobby bei den Politikern anwendet, dass ihr Gewerbe weiter legal bleibt? Das ist unklar, die Lobby ist aber sehr gut vernetzt. Man kann offensichtlich zu gut am Verlust anderer Menschen verdienen. Und alle schauen der Abzockerei zu.
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