Schulz erster Beitrag zur grünen Mobilitätsrevolution

Robert D. Meyer begrüßt den Vorstoß der SPD zur E-Auto-Quote

  • Lesedauer: 1 Min.

Er kann, wenn er will: Mit seiner Forderung nach einer Mindestquote für Elektroautos setzt SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wenigstens einen sichtbaren Kontrapunkt zur Union. Deren wirkungsloses Zauberwort in Wirtschaftsfragen lautet freiwillige Selbstkontrolle, weshalb CDU/CSU auch wenig vom vorgelegten Fünf-Punkte-Plan zur Modernisierung der Autoindustrie halten dürften. Und Widerspruch schafft bekanntlich Reibungspunkte. Etwas, das dem Bundestagswahlkampf bisher weitestgehend fehlt.

Schulz und die SPD dürfen jetzt nicht den Fehler machen, es bei diesen in die richtige Richtung gehenden Forderungen zu belassen. Manchen Genossen könnte noch positiv in Erinnerung sein, dass die unter Rot-Grün angeschobene Energiewende ein Zukunftsprojekt war und weiterhin ist, das dem Land nicht nur einen Modernisierungsschub brachte, sondern von weiten Teilen der Gesellschaft bis heute unterstützt wird. Kürzlich ergab eine Emnid-Umfrage, dass 95 Prozent der Bevölkerung für einen Ausbau der Erneuerbaren Energien plädiert. Der Umbau der Mobilität wäre ein folgerichtiges Zukunftsprojekt, die Energiewende 2.0 - jetzt aber auf der Straße und Schiene.

Dafür allerdings müsste die SPD radikalere Wege gehen und etwa mit dem Individualverkehrsfetisch im Autofahrerland brechen. Das E-Auto allein reicht noch nicht für eine zweite grüne Revolution.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

Mehr aus: Kommentare