Grüner Steuervorschlag zur Wahl

Haidy Damm findet reparieren statt wegwerfen auch besser

  • Haidy Damm
  • Lesedauer: 1 Min.

In Deutschland wird pro Jahr über eine Million Tonnen Kleidung in den Container entsorgt. Fast sieben Millionen Tonnen Lebensmittel werden weggeworfen. Telefone, Monitore, Fernseher oder Kaffeemaschinen - Tausende landen täglich auf dem Müll. Wir sind eine Wegwerfgesellschaft.

Da scheint der Vorschlag der Grünen folgerichtig, die Mehrwertsteuer für Reparaturen auf sieben Prozent zu senken. Ein Schritt, den Schweden im vergangenen Jahr beschlossen hat. Seitdem entstehen in dem skandinavischen Land immer mehr Läden, die Upcycling-Produkte anbieten. Früher hieß das Second-Hand- oder Sozialkaufhaus. Ist aber egal - die Idee bleibt gut und verringert den Müll und die Rohstoffverschwendung. Auch hierzulande steigt die Zahl der Repaircafés, meist getragen von Ehrenamtlichen. Hier strukturell nachzubessern, ist ein guter Schritt.

Dennoch erinnert der Vorschlag an die umstrittene Hotelsteuer der FDP von 2009. Damals wurde den Liberalen zurecht Klientelpolitik vorgeworfen. Auch die Grünen werden so kurz vor der Wahl ihr Öko-Trend-Klientel vor Augen haben. Ein umfassendes Steuerkonzept gegen die Wegwerfgesellschaft aber muss sowohl ökologische wie soziale Maßnahmen beinhalten.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -