Es war einmal ein Buchsbäumchen ...

Die Gartenkolumne

  • Peter Kollewe
  • Lesedauer: 2 Min.

Gut und gerne 15 Jahre stand er in unserem Garten. Vor etwa fünf Wochen stellten wir drei kleine angetrocknete Stellen fest. Aber da war es wohl für eine durchgreifende Gegenwehr schon zu spät. Vor 14 Tagen dann das Aus. Von jetzt auf gleich waren fast Dreiviertel vom Buchs vertrocknet, zerfressen, tot.

Und nun hatten sich die Raupen - etwa fünf Zentimeter lang, grün, mit schwarzen Linien und Punkten - aus der Deckung gewagt. Gefräßig, wie sie sind, kann der Fiesling innerhalb von drei Wochen einen ganzen Baum kahl fressen. Unser Buchs war demnach nur ein Klacks.

Das Grundproblem ist, dass der Einwanderer aus China in unseren Breiten keine natürlichen Feinde hat. Der kleine Schmetterling legt seine Eier im Buchs ab. Die jungen Larven fressen zunächst nur die oberste Schicht eines Blättchens ab. Man sieht nur anfangs helle Stellen, bevor dann der »Rest« vertilgt wird, plus Rinde.

Zwei bis drei Generationen bilden die Plagen im Jahr. Sie überwintern in Gespinsten die sie zwischen den Blättern bilden. Deshalb lohnt es, im Winter nach solchen Gespinsten zu suchen, diese herauszuschneiden und im Restmüll zu entsorgen.

Wir hätten ja nie geglaubt, dass die Viecher unseren einen Buchs finden. Ein Trugschluss, wie wir nun erfahren mussten. Man weiß nicht genau, wo alles in der Gegend Buchse stehen.

Was also kann man tun, wenn noch Rettung möglich ist? Wie gesagt, seinen Buchs genau durchforsten. Sofern man die Raupen findet, sind sie absammelbar. Man kann auch ein zu spritzendes Pflanzenschutzmittel auf der Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis einsetzen. Es dringt über die Körperöffnungen ein und löst den Magen-Darm-Trakt auf. Spritzen, möglichst mit hohem Druck, kann man das Mittel am besten in der zweiten Aprilhälfte, wenn die Raupen den Winterkokon verlassen, eine zweite Spritzung dann etwa Mitte Juli. Etwas »sanfter« ist Quassia, ein Pulver aus der Rinde des Bitterholzbaums. Die Raupen stellen den Fraß ein, verhungern.

Helfen kann aber auch ein Rückschnitt zum richtigen Zeitpunkt, denn die Eier werden auf den äußeren Blättern abgelegt, die Raupen ziehen sich erst nach dem ersten Fraß in Buchsinnere. Und: Den Schnitt gut verpackt in den Restmüll geben.

So bleibt selbstkritisch festzustellen: Hätten wir beizeiten uns all das erlesen, vielleicht lebte unser Buchs noch ...

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