Üble Typen

Olaf Standke über Donald Trumps Glaubwürdigkeit

  • Olaf Standke
  • Lesedauer: 1 Min.

Nun haben wir es schriftlich: Als Amerikaner verurteilt Donald Trump die jüngste Gewalt in Charlottesville, alle weißen Nationalisten und Rassisten, den Ku Klux Klan, Neonazis und andere Hassgruppen. Er lehnt jede Form von Hass, Fanatismus und Rassismus ab.

Ein Monat musste nach dem Tod einer Demonstrantin im Bundesstaat Virginia vergehen, ehe sich der US-Präsident dazu durchringen konnte. Und das auch nur auf Druck des Kongresses, der ihm mit einer Resolution gegen Rassismus und Hasskriminalität die Worte gleichsam diktierte. Gemeinsam hatten Senat und Repräsentantenhaus, Demokraten wie Republikaner den ersten Mann im Staate wegen seiner beschämenden, verantwortungslosen Sätze unmittelbar nach den rechten Ausschreitungen zu einer eindeutigen und harten Haltung in dieser Frage gedrängt.

Er sei »froh«, die Resolution zu unterschreiben, ließ Trump nun wissen. Doch was ist seine Signatur unter dem Dokument wert, wenn er kurz vor der Unterzeichnung erneut Rassisten und antirassistische Gegendemonstranten auf eine Stufe stellt - auch unter der Antifa habe es schließlich »bad dudes« gegeben, ganz üble Typen - und so rechte Gewalt wieder relativiert und verharmlost? Letztlich kann dieser Präsident dann doch nicht aus seiner rechtspopulistischen Haut.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.