Bundesratspräsident Müller erzielt ersten Erfolg

Länderkammer unterstützt Vorstoß Berlins zur Erneuerung der Liegenschaftspolitik des Bundes

  • Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

Das Land Berlin will seine Bundesratspräsidentschaft nutzen, um sich für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft zu engagieren. In diesem Land müsse auf Augenhöhe kommuniziert und miteinander umgegangen werden, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der seit dieser Woche für insgesamt ein Jahr den Vorsitz der Länderkammer innehat. Denn Politik brauche mehr Nähe und Vertrauen. »Es geht dabei nicht darum, ›Kumpel‹ zu sein, wohl aber nahbarer zu werden«, so Müller.

Neben einer verlässlichen Kultur der Teilhabe will sich der neue Bundesratspräsident für Europa stark machen. Was die großen gesellschaftlichen Umbrüche angeht, insbesondere die Digitalisierung der Arbeitswelt, erneuerte Müller bei seiner Antrittsrede vor dem Bundesrat am Freitag seinen Vorstoß für die Einführung eines solidarischen Grundeinkommens. »Ja, ich möchte aufhören, Arbeitslosigkeit in dem bisherigen Hartz-IV-Modell zu finanzieren und zu verwalten«, sagte Müller. Die Herausforderungen der Digitalisierung würden die Chancen bieten, das Sozialstaatsmodell neu zu kon- struieren, so Müller, der seinen Vorschlag als Debattenaufschlag verstanden wissen will, ohne dazu bereits ein detailliertes Modell anbieten zu können.

In seiner Auftaktsitzung als Bundesratspräsident konnte Müller gleich einen schönen Erfolg für das Land Berlin verbuchen. Denn die Bundesratsinitiative Berlins zum Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung der Liegenschaftspolitik des Bundes wurde nach kurzer Diskussion und der Abstimmung einiger Änderungsanträge grundsätzlich von einer Mehrheit der Länderkammer befürwortet. Das bedeutet, dass nun Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) als Beauftragter den Gesetzentwurf in den Bundestag einbringen kann.

Für das Bundesland Berlin, das seine Liegenschaftspolitik bereits vor einigen Jahren vom Primat der Höchstpreisverkäufe gelöst hat, wäre ein ähnliches Umschwenken des Bundes von zentraler Bedeutung. »Das ist wichtig für den sozialen Wohnungsbau, wir brauchen dafür billige Grundstücke«, sagte Michael Müller im Anschluss an die Sitzung bei einem Pressetermin. Auch in der Hauptstadt besitzt der Bund zahlreiche Immobilien, die für die wachsende Stadt von großer Bedeutung sind.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.