- Wirtschaft und Umwelt
- Stellenabbau bei Siemens
IG Metall will nach verkündeten Siemens-Plänen »jede Menge Druck« machen
Chef der Gewerkschaft in Berlin wirft Konzern »Vertragsbruch« vor
Berlin. Der Frust über die von Siemens verkündeten Stellenstreichungen und Standortschließungen hält an. Der Chef der IG Metall Berlin, Klaus Abel, warf dem Konzern im »Tagesspiegel« vom Freitag »Vertragsbruch« vor. Er bezog sich auf Zusagen des Unternehmens aus dem Jahr 2008 zu Standort- und Beschäftigungsgarantien. Sollte der Konzern seine Kürzungspläne wie angekündigt durchsetzen wollen, »muss er sich auf enormen Widerstand einstellen«.
Abel kündigte »jede Menge Druck« an, unter anderem mit Demonstrationen und der Vorstellung von Konzepten zur profitablen Weiterentwicklung von Standorten. Siemens hatte am Donnerstag verkündet, in den kommenden Jahren weltweit 6900 Stellen abzubauen, darunter etwa 3300 in Deutschland. Mehrere Standorte sollen ganz geschlossen werden. In Berlin ist am Freitagvormittag eine Kundgebung der Beschäftigten des Siemens-Dynamowerks geplant.
Der Bürgermeister des Siemens-Standorts Erlangen in Bayern, Florian Janik (SPD), sprach im Bayerischen Rundfunk von einem »gewaltigen Arbeitsplatzabbau am Standort Deutschland« insgesamt. In Erlangen seien 120 Jobs bedroht. Er habe die »klare Erwartung an das Unternehmen«, dass das ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne gehe und die Menschen eine Perspektive bekämen, sagte Janik. »Siemens ist jetzt in der Pflicht.« AFP/nd
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