• Kommentare
  • Berliner Haushalt unter Rot-Rot-Grün

Für alle ist genug da

Martin Kröger über die »R2G«-Beschlüsse zum Haushalt

  • Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

Hart, fair, aber auch professionell seien die Gespräche zum Haushalt bei Rot-Rot-Grün gelaufen, heißt es. Dass die Koalitionäre am Mittwoch derart gut gelaunt vor die Presse traten, war nach Gesprächen zu Finanzen selten zu beobachten. Die blendende Stimmung bei Rot-Rot-Grün lag aber sicher nicht zuletzt auch daran, dass jeder der drei Partner für seine Schwerpunkte gute Ergebnisse vorzuweisen hatte.

Zwar wurden die Fraktionschefs nicht müde zu erklären, dass es gemeinsame Projekte sind, die die rot-rot-grüne Linie unterstreichen sollen. Unverkennbar war dennoch: Die SPD freut sich über die zusätzliche Förderung der Brennpunktschulen, die Grünen haben die stufenweise Reduzierung des Preises für das Schüler- und Azubi-Ticket auf der Habenseite, und die LINKE kann sich über mehr Geld für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst und das Vorziehen der Erhöhung des Beamtensoldes freuen. Nicht nur die Fraktionsspitzen bekamen die gewünschten Mittel, sondern auch viele Abgeordnete können mit Verbesserungen in ihren jeweiligen Fachbereichen rechnen.

Wo man auch fragt, der Geldsegen sorgt auf allen Ebenen – Senat, Bezirken und Fraktionen – für gute Stimmung. Ob das auch die ausbaufähigen Zustimmungswerte für Rot-Rot-Grün verbessert, wird sich zeigen müssen. Bereits jetzt steht fest, dass die Koalition immer besser in Fahrt kommt: Am fehlenden Geld, wie früher so häufig in Berlin, dürften die politischen Vorhaben jedenfalls in den kommenden Jahren nicht mehr scheitern. Jetzt kommt auf es auf die Umsetzung an, und die ist Rot-Rot-Grün bisher noch zu sehr schuldig geblieben.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.