- Kommentare
- Koko statt GroKo
Stabil, flexibel und doch gefährlich
Robert D. Meyer hat nur einen Einwand gegen eine Kooperationskoalition
Stabiler als eine Minderheitsregierung und dennoch flexibel genug, um im Bundestag künftig vielleicht mehr echte Debatten zu erleben. So lässt sich der SPD-Vorschlag für eine Kooperationskoalition (KoKo) zusammenfassen. Ein bedenkliches Manko in der letzten Legislaturperiode war bekanntlich die Übermacht der Großen Koalition, deren Mehrheit (auch in der Redezeit) fast jeglichen parlamentarischen Schlagabtausch erstickte.
Mit einer KoKo bestünde zumindest die Hoffnung, dass dies in Zukunft anders würde. Die Sozialdemokraten könnten sich dann nicht mehr in die Ausrede flüchten, einem minutiös ausgearbeiteten Koalitionsvertrag stramm Folge leisten zu müssen. Sobald einer der beteiligten Kooperationspartner den jeweils anderen nicht überzeugt, müssen Mehrheiten im Parlament organisiert werden. Demokratietheoretisch ein echter Fortschritt, da alle Parteien enger als bisher am Gesetzgebungsverfahren teilhaben können und die Opposition dadurch an Einfluss gewinnt.
Womit wir am Knackpunkt wären: Nun mag die SPD damit ihre Unterschiede zur Union betonen können, doch reale Chancen für konkrete Erfolge gibt es kaum. Das Hohe Haus ist nach rechts gerückt, die für Mehrheiten notwendige Lindner-FDP begeistert sich nicht für Ökologie und Sozialpolitik. Eher die AfD für eine neue Asylrechtsverschärfung.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.