Neue Vorwürfe gegen Südwest-CDU
Fragwürdige Spendenpraxis für Plakate wurde bereits im Wahlkampf 2011 genutzt
Die CDU-Fraktion im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat nicht nur im Jahr 2016, sondern auch schon 2011 Wahlplakate aus einer Art »Kaffeekasse« finanziert. Das räumte der CDU-Kreisvorsitzende Thomas Heilmann in Interviews mit der »Bild«-Zeitung sowie dem »Tagesspiegel« ein.
»Wir können im Moment nicht nachvollziehen, wie diese Sachspende für den CDU-Rechenschaftsbericht 2011 angemeldet wurde«, erläuterte er am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe den Verdacht, dass die damaligen Verantwortlichen dies nicht getan hätten. Daher sei der Vorgang dem CDU-Finanzbeauftragten gemeldet worden, der die für die Kontrolle der Parteienfinanzierung zuständige Bundestagsverwaltung informiert habe. »Das kann uns viel Geld kosten«, fügte Heilmann im Hinblick auf mögliche Strafzahlungen für seine Partei hinzu. Um welche Spendensumme es gehe, sei unklar. In der Vorwoche war bekanntgeworden, dass die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf im Kommunalwahlkampf 2016 zusätzliche Plakate drucken ließ und die fälligen 10 900 Euro von dem separaten Konto bezahlte. Laut CDU handelte es sich um eine Kasse neben dem eigentlichen Fraktionskonto, in die alle Fraktionsmitglieder monatlich zehn oder 15 Euro einzahlten. Umstritten ist nun, ob es sich dabei um Fraktionsgeld handelte, das nicht für Parteizwecke verwendet werden darf.
Ex-Justizsenator Thomas Heilmann sagt, es habe sich um private Zahlungen eines »Freundeskreises« gehandelt. Nach Gesprächen mit der Bundestagsverwaltung seien zwei CDU-Wirtschaftsprüfer zu dem Schluss gekommen, diesen als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zu behandeln und die Plakate als dessen Parteispende im Rechenschaftsbericht 2016 zu verbuchen. Die Prüfung des Vorgangs durch die Bundestagsverwaltung dauert unterdessen an. dpa/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.