Sanktionen führen in die Armut
Strafen für Hartz-IV-Bezieher im September so stark gestiegen wie nie
Leipzig. Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert einen generellen Verzicht auf Hartz-IV-Sanktionen, die Arbeitsämter und Jobcenter gegen Arbeitslose aussprechen. Durch die Sanktionen würden viele Menschen in »existenzielle Not« gestürzt, sagte Arbeitsmarktreferentin Tina Hofmann dem MDR. Das könne zu Obdachlosigkeit führen. Demzufolge werden rund eine Million Sanktionen pro Jahr ausgesprochen, 77 Prozent wegen versäumter Termine, zehn Prozent wegen des Verstoßes gegen Eingliederungsmaßnahmen, und zehn Prozent, weil ein Job- oder Ausbildungsangebot abgelehnt wurde.
Einem Bericht der »Bild« (Mittwoch) zufolge ist die Zahl der Sanktionen im September so stark gestiegen wie nie zuvor. Danach verhängten die Jobcenter 91 590 Strafen - 21 324 mehr als im August, hieß es unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die BA führe die Zunahme auf das Ende der Sommerpause zurück. Viele Bezieher hätten Urlaub genommen, manche hätten aber wohl vergessen, sich zurückzumelden. epd/nd
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