Fast wie eine Sekte

Florian Brand über das Verhalten Facebooks gegenüber seinen Mitarbeitern

  • Florian Brand
  • Lesedauer: 1 Min.

Es gehört schon sehr viel Glaube (oder Naivität) dazu, darauf zu vertrauen, dass es Facebook allein um das Wohlergehen seiner Follower*innen geht. Facebookchef Mark Zuckerberg wird daher nicht müde, stets zu betonen, dass man sich ausschließlich auf dem Boden der Rechtsordnung bewege, wenn beispielsweise massenhaft Nutzer*innendaten zu Werbezwecken abgegriffen und ausgewertet werden. Dem diametral gegenüber stehen nicht nur die Erkenntnisse aus der Cambridge-Analytica-Affäre, weswegen der Konzern seit längerem schon in der Kritik steht. Auch sämtliche Versprechungen, die Zuckerberg im Zuge der Whatsapp-Übernahme im Jahr 2014 machte, sind mittlerweile gebrochen - so zum Beispiel, dass Nutzer*innendaten nicht zwischen Whatsapp und Facebook ausgetauscht würden.

Umso bedenklicher erscheint es also, wenn das mit knapp 1,9 Milliarden Nutzer*innen weltweit größte Soziale Netzwerk sich noch nicht mal die Mühe macht, die erhobenen Anschuldigungen bezüglich seiner internen Spitzelabteilung zu leugnen. Facebooks Haltung passt hernach in ein immer kruderes Gebaren, welches fast schon sektenähnliche Züge annimmt. Ehemalige Angestellte sprechen beispielsweise von kultartigen Zuständen. Auch Sekten sind bekannt dafür, Aussteiger*innen und Gegner*innen mittels hauseigenem Geheimdienst das Leben schwer zu machen.

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