Werbung

Vor klarer Entscheidung gekniffen

Roland Etzel zum Tauziehen um Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien

  • Roland Etzel
  • Lesedauer: 1 Min.

Es schert sie doch noch etwas - ihr Geschwätz von gestern über den saudi-arabischen Staatsterrorismus. Notgedrungen. Denn das aggressive Umsichschlagen der saudi-arabischen Königsclique nach außen wie nach innen hat sich seit Verhängung des Rüstungsexport-Stopps durch die Bundesregierung in der Substanz nicht geändert.

Somit hätte es, um die Verlängerung des Verbots zu beschließen, entsprechend den öffentlichen Erwartungen und der einst selbst verkündeten Entrüstung keiner langen Debatten bedurft, eigentlich. Doch der Bundessicherheitsrat, der am Mittwoch in geheimer Sitzung darüber entscheiden sollte, kniff vor der Verantwortung und vertagte sich.

Zugegeben, der Druck von außen, die Mörder in Riad gewissermaßen zu begnadigen, war groß. Paris, das sich vor Syrien als oberster Menschenrechtsverfechter aufspielt, sich gegenüber Riads Verbrechen aber blind und taub stellt, hatte extra seinen Außenminister nach Berlin geschickt. Damit man den Saudis endlich wieder Kriegsgerät verkaufen kann, was ohne deutsche Zulieferung nicht geht. Auch die deutsche Rüstungsbranche tobt und schickte ihre CDU-Abgeordneten an die propagandistische Front. So gesehen, war die Vertagung schon ein Erfolg. Doch wohl nicht für lange. Die SPD ist schon zur Hälfte umgefallen.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.