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Menschen vor Maschinen
Marie Frank über den Einsatz von Robotern in der Pflege
Eine Lösung für den Personalmangel in der Pflege sind Pflegeroboter nicht, so viel ist klar. Zu teuer sind die künstlichen Helfer, zumal sie derzeit noch die Unterstützung menschlicher Arbeitskräfte benötigen. Auch können sie die Zuwendung echter Pfleger*innen nicht ersetzen, die ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei der Genesung der Patient*innen ist. Schließlich fehlt den Robotern genau das, was gute Pflegekräfte auszeichnet: emotionale und soziale Kompetenz.
Es geht bei der Entwicklung von Pflegerobotern also weniger darum, menschliche Pfleger*innen zu ersetzen. Vielmehr könnten die mechanischen Helferlein in Zukunft eine Unterstützung für sie sein, etwa bei Tätigkeiten wie dem Heben von Patient*innen, das nach jahrelanger Berufspraxis bei vielen Pflegekräften Rückenbeschwerden verursacht. Allerdings sind derartige Fähigkeiten bei Pflegerobotern momentan noch Zukunftsmusik.
Generell ist es sicher nicht falsch, in dieser Richtung weiter zu forschen und im Pflegebereich zukunftsträchtige Technologien zu entwickeln. Und herauszufinden, an welchen Stellen Roboter sinnvoll eingesetzt werden können oder überhaupt eingesetzt werden sollten. Hier sind jedoch noch viele Fragen offen, etwa was den Datenschutz der Patient*innen angeht. Das Ziel kann nicht sein, uns mit noch mehr technischen Spionen zu umgeben.
Die Orientierung darauf darf allerdings nicht die Diskussion darüber in den Hintergrund treten lassen, was für eine Art von Pflege in der Gesellschaft überhaupt gewünscht und gebraucht wird. Auch ist eins klar: Das Geld nur in die Entwicklung und den Kauf von Pflegerobotern zu stecken, wird die Krise in der Pflege nicht lösen. Dafür müsste sehr viel mehr Geld für die menschlichen Arbeitskräfte und für bessere Arbeitsbedingungen investiert werden. Wenn die echten Pfleger*innen den Verantwortlichen ebenso viel wert wären wie ihre Roboterkollegen, dann wären wir einen großen Schritt weiter.
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