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Megan Rapinoe schießt scharf
Fußballikone führt US-Team ins Halbfinale der WM und sagt Präsident Trump ab
Paris. US-Fußballstar Megan Rapinoe hat nach ihrem geschichtsträchtigen Auftritt im Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Frankreich eine Einladung der Demokraten in das amerikanische Repräsentantenhaus angenommen. Das berichten US-Medien vor dem Halbfinale der Titelverteidigerinnen am kommenden Dienstagabend in Lyon gegen England. »Das ist vielleicht nicht das Weiße Haus, aber wir würden uns freuen, Megan Rapinoe und das US-Frauen-Team für eine Tour durch das Repräsentantenhaus zu begrüßen, wann immer sie wollen«, schlug die progressive und aufstrebende Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez von der Demokratischen Partei per Twitter vor.
Am Freitagabend hatten Rapinoe und das US-Team mit einem 2:1 (1:0) den WM-Gastgeber Frankreich aus dem Turnier geworfen und mit Tausenden amerikanischen Fans bei einer Ehrenrunde durch den Prinzenpark in Paris gefeiert. »Wenn junge Spielerinnen ins Team kommen, sage ich ihnen immer, sie sollen sich an Megan wenden, wenn es um große Momente geht. Denn sie verkörpert wie keine andere die Einstellung, niemals aufzugeben. Sie liebt und lebt für solche Momente«, schwärmte US-Trainerin Jill Ellis.
Das Team aus den USA hatte dank der zweimaligen Torschützin Rapinoe (5. und 65. Minute) einmal mehr Fußballgeschichte geschrieben. Die 33-Jährige hat bei ihren vier WM-Einsätzen in Frankreich nun fünf Tore erzielt und wurde wie schon beim Achtelfinale gegen Spanien, als sie beide Tore per Elfmeter zum 2:1-Erfolg beisteuerte, zur besten Spielerin der Partie gekürt. Rapinoe ist nun die erste Spielerin der WM-Geschichte, der ein Doppelpack in zwei aufeinanderfolgenden K.o.-Spielen gelang - und feierte das in Siegerpose.
Nach dem Einzug ins Viertelfinale hatte Rapinoe weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als ein Video im Internet auftauchte, in dem sie mit einer abschätzigen Äußerung über das Weiße Haus (»Ich gehe nicht in das beschissene Weiße Haus«) auch US-Präsident Donald Trump abkanzelte. Die Offensivspielerin bezieht immer wieder politisch Stellung, setzt sich für Minderheiten und gegen Homophobie ein - und macht sich damit nicht nur Freunde. Vor dem Viertelfinale sagte sie, dass die derzeitige US-Regierung »nicht wie wir denkt und nicht für die gleichen Dinge kämpft, für die wir kämpfen«. Trump lud sie und ihr Team dennoch in den Regierungssitz ein, egal ob das Team gewinnt oder verliert. Es gewann.
Als Fußballikone der Frauenrechtsbewegung in den USA kann Megan Rapinoe ihrem Triumphzug noch weitere Kapitel hinzufügen. Der Rekordweltmeister, der bei der achten WM zum achten Mal mindestens zu den besten vier Teams gehört, gilt auch gegen die Engländerinnen als Favorit. Auch dank Rapinoe. dpa/nd
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