- Politik
- Familienpolitik
LINKE fordert höheren Elterngeld-Mindestbeitrag
In einigen Regionen Deutschland dauert es länger als zwei Monate, bis das Geld gezahlt wird
Berlin. Die Linksfraktion im Bundestag verlangt eine Erhöhung des Elterngeld-Mindestbetrags. Dieser sei seit der Einführung 2007 gleich geblieben, kritisierte die Linke-Familienpolitikerin Katrin Werner am Donnerstag in Berlin. Allein bei einem Inflationsausgleich müssten die Mindestbeträge beim Basiselterngeld von 300 auf etwa 350 Euro und beim Elterngeld Plus von 150 auf rund 175 Euro erhöht werden. »Doch die Bundesregierung sieht keinen Bedarf einer Erhöhung«, monierte Werner. Die Linke fordere eine Erhöhung auf 400 beziehungsweise 200 Euro.
Nach der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion zum Elterngeld bekommen bundesweit mehr als ein Viertel (26,6 Prozent) der Bezieher dieser staatlichen Leistung nur den Mindestbetrag. Dies trifft auf Frauen (32,3 Prozent) wesentlich häufiger zu als auf Männer (11,3 Prozent). In Bremen ist der Anteil derer, die nur den Elterngeld-Mindestbetrag bekommen, mit fast 42 Prozent besonders hoch. In Sachsen und Brandenburg liegt er mit knapp 20 Prozent besonders niedrig.
Nach den Angaben der Bundesregierung erhalten zwar 20 Prozent der Elterngeld beziehenden Männer den Höchstbetrag von 1800 Euro, aber nur 5 Prozent der Frauen.
Sehr unterschiedlich lang ist den Angaben zufolge in den Ländern die Bearbeitungsdauer von Anträgen auf Elterngeld: In Bremen ist sie mit 67 Tagen besonders lang, in Baden-Württemberg mit 28 Tagen besonders niedrig.
»Es kann nicht sein, dass Familien teilweise mehrere Monate auf die Bewilligung ihres Elterngeldantrags und die ersten Zahlungen warten müssen«, sagte dazu die familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion. »Junge Familien dürfen nicht in finanzielle Nöte geraten, nur weil die Ämter ihre Anträge nicht rechtzeitig bearbeiten können.« Das sei insbesondere für Alleinerziehende heikel. Werner forderte den Bund auf, die Elterngeldstellen in den Ländern zu unterstützen. dpa
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.