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- Wirtschaftsförderung in Afrika
Koloniales Krümelmonster
Lotte Laloire hat andere Ideen zur Wirtschaftsförderung in Afrika
Auf den »Platz an der Sonne« verzichtet der Deutsche nicht einfach. Zwar kam schon Kaiser Wilhelm II etwas zu spät nach Afrika, um seine kolonialen Träume und die seines Volkes vollständig zu realisieren. Frankreich und Großbritannien waren längst da. Heute konkurriert Deutschland mit China um Einfluss auf dem Kontinent. So präsentierte die Bundesregierung im Rahmen der G20-Initiaitve »Compact with Africa« den Fonds »Africa Grow«. Dessen Dividenden gehen an die privaten Investoren, für Verluste steht vor allem der Staat gerade. Hauptsache, der deutsche Einfluss ist gewahrt.
Verpackt wird das Programm in blumige Worte wie »Armutsbekämpfung« und begründet mit der Darstellung, der Kapitalismus mache das Leben der Menschen besser. Macht er aber nicht. Vor allem nicht, wenn das Geld in Fonds und Großprojekte fließt, statt in kleine und mittelständische Unternehmen. Südlich der Sahara arbeiten mehr als 85 Prozent der Menschen im informellen Sektor. Für sie sollte die deutsche Bundesregierung mehr Förderprogramme auflegen. Investitionen müssten zudem an menschenrechtliche und ökologische Kriterien geknüpft sein und mit einem Ausbau der sozialen Sicherungssysteme einhergehen. Auch Ökonomen empfehlen das für nachhaltiges Wachstum. Doch offenbar muss es wieder einmal schnell gehen, damit Deutschland noch etwas abbekommt vom afrikanischen Kuchen.
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