Influenzaschutz ab Oktober empfohlen
Fragen & Antworten zur Grippeschutzimpfung in Coronavirus-Zeiten
Wann beginnt die nächste Grippewelle?
In den vergangenen Jahren begann die Grippewelle meist im Januar und dauerte drei bis vier Monate. Die ersten Fälle treten aber schon deutlich früher auf.
Wie heftig wird sie diesmal?
Die Stärke der Grippewellen schwankt von Jahr zu Jahr erheblich. Das zeigt etwa ein Blick auf die influenzabedingten Arztbesuche: In der moderaten Influenzasaison 2018/2019 gab es 3,8 Millionen Besuche, in der Saison 2017/2018 dagegen rund neun Millionen. Während dieser starken Grippewelle starben laut Robert-Koch-Institut 25 100 Menschen.
Steht genug Impfstoff bereit?
Bislang stehen nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts mehr als 16 Millionen Impfdosen bereit. Insgesamt gibt es 25 bis 26 Millionen Impfdosen. Da der Herstellungsprozess aufwendig ist, kann der Grippeimpfstoff nicht nachproduziert werden.
Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Schutzimpfung in erster Linie älteren Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herzkreislauferkrankungen, medizinischem Personal und Pflegekräften sowie Schwangeren. Die Risikogruppen ähneln jenen, die auch bei Corona schwere Verläufe fürchten müssen. Die ausdrückliche Empfehlung für Risikopatienten bedeutet aber nicht, dass allen anderen von einer Impfung abgeraten wird.
Sollen sich alle impfen lasen?
Nein, für alle würde der Impfstoff auch nicht reichen. Selbst wenn sich nur die Risikopatienten impfen ließen, würden 40 Millionen Impfdosen benötigt. Allerdings holten sich zuletzt nur 35 Prozent der über 60-Jährigen überhaupt eine Impfung.
Was macht das Zusammentreffen von Grippe und Corona so gefährlich?
Das Gesundheitssystem könnte an seine Grenzen kommen, wenn nicht nur Grippekranke in Arztpraxen und Kliniken behandelt werden, sondern zusätzlich Menschen mit Corona-Infektionen medizinische Hilfe benötigen. Experten zufolge könnten die Corona-Zahlen im Herbst und Winter steigen, weil Menschen mehr Zeit in Innenräumen verbringen.
Welche Folgen hätte eine Doppelinfektion?
Es wird vermutet, dass gleichzeitige Infektionen mit Sars-CoV-2 und Influenzaviren besonders bei Risikogruppen schwerer verlaufen könnten. Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Grippe die Übertragungsrate für Corona mehr als verdoppeln könnte, weil sie Menschen anfälliger macht.
Wie unterscheiden sich Corona, Grippe und eine banale Erkältung?
Im Gegensatz zur normalen Atemwegserkrankung, die meist nach wenigen Tagen überstanden ist, schlägt die Virusgrippe schnell und heftig zu. Symptome sind plötzlich auftretendes hohes Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen, Schnupfen und trockener Reizhusten. AFP/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.