Alles nur halb so wild?

Daniel Lücking über die Selbstreinigungskräfte im KSK

  • Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.

»Alle Rückmeldungen, die mir bisher vorliegen – über den Generalinspekteur, über die Wehrbeauftragte, auch über das KSK selbst – sind Rückmeldungen, die zeigen, dass wir mit den Maßnahmen auf dem richtigen Weg sind«, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gegenüber der dpa.

In einer geradezu als Transparenz- und Medienoffensive zu bezeichnenden Art und Weise reagierte die Ministerin im letzten Sommer auf den Skandal im Kommando Spezialkräfte KSK. Munition verschwunden. Bei Sprengstoff schlecht Buch geführt. Rechtsradikale im Dutzend und tief in den Strukturen der Einheit. Alles wurde vermeintlich breit untersucht und öffentlich besprochen. Worüber niemand bislang redet: Was haben die KSK-Soldat*innen mit der problematischen Gesinnung eigentlich so im Ausland getrieben? Im vergangenen Jahr wurde beim australischen Pendant des KSK eine willkürliche Tötung aufgedeckt und auch US-Truppen stehen nicht im Ruf, es mit Menschenrechten allzu genau zu nehmen, wenn es in Kriegsmissionen geht.

Dass ein Skandal dieser Dimension rein intern bearbeitet wird und nicht einmal einen Untersuchungsausschuss des Bundestages beschäftigt, zeigt, dass die Armee in viel zu vielen Bereichen zu wenig Kontrolle erfährt.

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