- Kommentare
- ÖPNV
Schluss mit der Trödelei
Nicolas Šustr fordert eine schnelle Offensive für Bahnen und Busse
Immerhin werden in Berlin und Brandenburg die Fahrpreise nicht angehoben. Das wäre wirklich das falsche Signal nach den massiven Fahrgastverlusten in der Corona-Pandemie. Darüber hinaus muss deutlich mehr Geld als bisher in den Ausbau des Bahn- und Busangebots in der Region fließen.
Als Vorlauf einer schönen neuen Nahverkehrswelt müssen vor allem schnell Busse die großen Lücken schließen, die insbesondere in der Mark klaffen. Es muss ein verlässliches, regelmäßiges öffentliches Nahverkehrsangebot auch für die kleinen Dörfer geben. Ohne eine zuverlässige und komfortable Alternative zum Auto wird die Verkehrswende nicht klappen. Busse sollten weder zu früh noch zu spät fahren, diese Selbstverständlichkeit muss man leider immer wieder betonen. Und entweder muss der Takt so dicht sein, dass ein verpasster Anschluss nicht alle Pläne auf den Haufen wirft, oder es muss mehr Luft für eventuelle Verspätungen im Fahrplan eingeplant werden. Fahrzeuge und Stationen sollten nicht das Gefühl vermitteln, dass man halt der dumme Rest ist, der sich kein Auto leisten kann. Besonders weit hinten sind da die Berliner U-Bahnhöfe mit den nicht enden wollenden Bauarbeiten und auch die oft vollgesprühten Züge.
Richtig in Gang kommen muss auch der Ausbau der Schienennetze. Mit mehr Gleisen, neuen Straßenbahnstrecken oder der Wiederinbetriebnahme stillgelegter Eisenbahnstrecken darf es nicht Jahrzehnte dauern, wenn wir beim Klima noch die Kurve kriegen wollen. Eine FDP in der Bundesregierung wird zwar sicher für weniger komplexe Genehmigungsprozesse zu haben sein, aber das nötige Geld für mehr Angebot wird sie wohl eher nicht herausrücken. Es muss sich noch zeigen, wie sehr eine Bundesregierung unter Beteiligung der Grünen die Verkehrswende voranbringt. Bereits die erste rot-grüne Koalition im Bund hat in diesem Punkt deutlich versagt.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.