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Die Radikalität des Diskurses
Warum es bei der Mobilitätswende nicht nur um soziale versus Klima-Frage geht
Als ob sich IG-Metall-Chef in die Linke-Debatte der letzten Tage einklinken wollte: Es gebe zu wenig Ladesäulen für die wachsende Nachfrage von Elektrofahrzeugen, warnte Jörg Hofmann am Wochenende in der »FAZ«. Damit setzte er sich nicht nur für den Klimawandel ein, sondern auch für Forderungen, die auch die großen Autobauer unterschreiben können.
Natürlich ist es der Energiewende nicht unbedingt förderlich, wenn in der Hälfte der Gemeinden hierzulande Ladesäulen fehlen, wie die Antwort auf eine Linksfraktion-Anfrage ergab. Und natürlich ist es erstmal verständlich, wenn die IG Metall vor allem darauf achtet, was Arbeitsplätze erhält und andere Ziele hinten an stellt. Praktisch bedeutet dies für die größte deutsche Gewerkschaft, dass sie im Sinne der Sozialpartnerschaft auch gemeinsame Branchen-Interessenpolitik macht mit den Arbeitgebern. So fordert auch VW-Chef Herbert Diess gerne mal mehr Ladensäulen.
Olga Hohmann versteht nicht, was Arbeit ist und versucht, es täglich herauszufinden. In ihrem ortlosen Office sitzend, erkundet sie ihre Biografie und amüsiert sich über die eigenen Neurosen. dasnd.de/hohmann
Doch muss sich die IG Metall deswegen auch Kritik seitens der Klimabewegung anhören können, ob etwa die Elektrifizierung des Individualverkehrs tatsächlich die Krise löst. Die Frage ist nur, ob es in diesem Diskurs tatsächlich um soziale versus Klima-Frage geht, wie es in der Linken diskutiert wird, oder einfach darum, wie radikal Forderungen im aktuellen Diskurs sein können.
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