Kampfjetlieferungen: Einträgliche Solidarität

René Heilig über Kampfjetlieferungen an die Ukraine

  • René Heilig
  • Lesedauer: 1 Min.

Man sei bereit, im Rahmen einer internationalen Koalition MiG 29-Jets in die Ukraine zu liefern, erklärte Polens Präsident Andrzej Duda und wärmte damit eine Diskussion aus dem vergangenen Jahr auf. Vorausgesetzt, die Nato stimmt zu. Dabei ist deren Zustimmung kaum so wichtig wie ein Nicken aus Berlin, denn die polnischen MiGs stammen zum Großteil aus NVA- und Bundeswehr-Beständen. Doch: Was bei »Leopard«-Panzern klappte, wird auch jetzt gelingen.

Klar hätte Kiew lieber jetzt als später F-16-Jets aus den USA. Doch die alten Sowjet-MiGs sind inzwischen mit US-Raketen nachrüstbar, also ein beträchtlicher Zuwachs an Kampfkraft. Womöglich über die ukrainischen Grenzen hinweg.

Der Deal hat keineswegs nur solidarische Hintergründe. Eine Reihe von Nato-Staaten – auch Polen – haben neue US-Jets bestellt und sortieren gerade alte aus. Wohin damit? Verschrotten? Verdammt teuer. Profitabel ist Ringtausch. Nachdem östliche Nato-Staaten zusagten, alte T-72 in die Ukraine zu schicken, begann man, ihnen gebrauchte »Leos« und »Marder« auf den Hof zu stellen. So soll es auch bei den Jets laufen. Aus London kamen bereits erste Angebote.

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