Sixt führt Elektroautos ein
Mietwagenfirma ist erster wichtiger Anbieter
Wer möchte nicht gern »grüner Autofahrer« sein, ohne CO2-Gewissensbisse bei jedem gefahrenen Kilometer zu haben, aber gleichzeitig die gepriesene Freiheit behalten, selbst am Steuer zu sitzen? Sixt bietet dänischen Fahrern ab September eine »Green light«-Version an: Mehrere hundert Elektroautos Citroën C1 sollen zum Verleih angeboten werden. Zweifellos tragen Elektroautos zur geringeren Umweltbelastung bei, doch solange ein Großteil des Stroms aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe entsteht, ist das Elektroauto nur ein Teilschritt zur ökologischeren Gesellschaft. Sixt plant, das Konzept auch in anderen europäischen Ländern anzubieten.
Dass Kopenhagen Gastgeber sein wird für den Klimagipfel im Dezember, bei dem sich viele Firmen mit einem grünen Image präsentieren wollen, hat sicherlich eine Rolle für Sixt gespielt, als es ein Land für den Start seiner neuen Strategie wählte. Darüber hinaus hat das Unternehmen analysiert, dass die meisten Dänen einen Fahrbedarf von unter 120 Kilometern am Tag haben. »Das sind in etwa die Kilometer, die unser Modell auf einer einzelnen Ladung fahren kann,« so Kasper Gjedsted, Direktor bei Sixt Dänemark. Sollen längere Strecken gefahren werden, bietet der Autovermieter den Kunden an, mit ihrem geleasten Elektroauto zur nächsten Sixt-Station zu fahren, um hier ein Dieselauto mit kräftigem Rabatt zu leihen. Sixt rechnet, dass ein Aufladen etwa zehn Kronen kosten wird, was deutlich billiger ist als klassisches Tanken. Das dänische Parlament beschloss zudem unlängst, dass Elektroautos weiterhin von der Registrierungsgebühr ausgenommen sind, die sonst bis zu 80 Prozent des Autowertes beträgt.
Konkurrenz für Dong
Die Offensive von Sixt bedeutet nicht nur, dass die Einführung von Elektroautos schneller vor sich gehen wird als angenommen, sondern auch, dass einem Anfang des Jahres begonnenen Projekt harte Konkurrenz entgegengesetzt wird. Die israelische Firma Better Place vereinbarte in einer Zusammenarbeit mit dem staatlichen Energiekonzern Dong, demnächst großflächig Elektroautos anzubieten, bei denen nach etwa 100 Kilometern die Batterie gewechselt werden muss.
Das Konsortium, bei dem Dong die Infrastruktur mit Lade- und Batteriewechselstationen schaffen soll, hat jedoch Probleme, beispielsweise Vereinbarungen mit Tankketten abzuschließen. Die schrecken vor dem Aufwand und dem Platzbedarf für die Batterielagerung zurück. Das könnte das Projekt verkomplizieren.
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