Zu den Wurzeln

Klaus Joachim Herrmann über den SPD-Landesparteitag

  • Lesedauer: 1 Min.

Nicht leicht machten es sich die Sozialdemokraten am Samstag. Es ging ja nicht darum, Wunden zu lecken, Schuld zuzuweisen und dann einfach weiterzumachen. Vielmehr erinnert sich die SPD offenbar ihrer ursprünglichen Stärke und Aufgabe – Kenntnis und Vertretung von Interessen der »kleinen Leute«, der arbeitenden Menschen. Nicht zufällig prangten im Saal als Losung die traditionellen Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

Will man bestimmte Interessen vertreten, sollte man sie ganz einfach kennen. Also muss man nah bei den Menschen sein oder wieder hingehen. Nichts anderes als solche Wurzeln meint die Frage nach den Ortsvereinen und ob die eigene Sprache noch verständlich ist. Angesichts des Rausschmisses aus der bundespolitischen Regierungsverantwortung wird eine Veränderung bei Strafe des Unterganges als unausweichlich verstanden.

Immer wieder genannt wurde als vorzügliche Leitlinie das Hamburger Programm. Darin war 2007 unter massiver Berliner Mitwirkung demokratischer Sozialismus als Ziel festgeschrieben worden. Wenn die SPD tun sollte, was sie sich jetzt vornimmt, dann trifft die LINKE schon 2011 bei den Wahlen in Berlin auf einen ernsteren politischen Konkurrenten als vorher.

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