Forderung nach Geld für Landminen-Opfer
Entwicklungsminister soll Hilfen erhöhen
Berlin (dpa/ND). Hilfsorganisationen haben den neuen Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) aufgefordert, die Hilfen für Opfer von Landminen zu erhöhen. »Ich weiß, dass der Wille da ist. Nun muss er in reale Politik umgesetzt werden«, sagte der Leiter des Aktionsbündnisses Landmine.de, Thomas Küchenmeister, am Mittwoch in Berlin. Diese Ausgaben sollten nach seinen Vorstellungen bei der geplanten Erhöhung der Entwicklungsinvestitionen auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes einen breiteren Raum einnehmen. Deutschland sei derzeit einer der größten Geldgeber für die Räumung von Landminen in ehemaligen Kriegsgebieten, habe aber nur knapp 4,5 Millionen Euro in den vergangenen fünf Jahren für die Opfer aufgebracht.
Weltweit müssten nach Angaben von Landmine.de rund 500 000 Überlebende versorgt werden. In mehr als 80 Länder sind Menschen noch von Minen und Streumunition im Boden bedroht.
In Berlin berieten Vertreter von Organisationen und europäischen Regierungen mit Minen-Opfern über Änderungen der Hilfsangebote. Oft bekämen die Opfer Unterstützung nur im Rahmen allgemeiner Armutsbekämpfungs- oder Behindertenprogramme, sagte der Sprecher der »Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen«, Firoz Alizada aus Afghanistan. Die Opfer und ihre Familien benötigten aber neben einer intensiven medizinischen Betreuung zeitnah psychologische Hilfe. Zudem müsste für die Wiedereingliederung in Gesellschaft und Berufsleben gesorgt werden. Landminen-Opfer haben oft Gliedmaßen verloren und können ihren Beruf nicht mehr ausüben. »In Afghanistan haben zudem nur 70 Prozent der Kinder mit Behinderung überhaupt Zugang zu Bildung», sagte Alizada.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.