Europa erhöht Klima-Druck
Letztes Ministertreffen vor dem Klimagipfel
Brüssel (dpa/ND). Zwei Wochen vor Beginn des UN-Klimagipfels erhöht die Europäische Union den Druck auf China und die USA. Auch in einem noch nicht völkerrechtlich verbindlichen Grundsatzabkommen müssten Reduktionsziele für jedes Industrie- und Schwellenland sowie Finanzzusagen für Klimamaßnahmen in der Dritten Welt festgeschrieben sein, forderten die europäischen Umweltminister auf einem Treffen am Montag. Dagegen regt sich Widerstand in den USA und China.
Deutschlands Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) betonte, auch wenn es schon seit Längerem nicht mehr darum gehe, in Kopenhagen zu einem rechtsverbindlichen Klimavertrag zu kommen, so müssten dort doch in den wichtigsten Punkten »die Würfel fallen«.
Die Konferenz war das letzte Treffen der EU-Minister vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen. vom 7. bis 18. Dezember, auf welchem sich die internationale Staatengemeinschaft auf die Grundzüge eines Nachfolgeabkommens für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll einigen will. Der rechtsverbindliche Vertrag soll in den Monaten danach ausgehandelt werden.
UN-Klimachef Yvo de Boer forderte die EU-Staaten auf, möglichst rasch konkrete Finanzzusagen für die Entwicklungsländer zu machen. Allein für die Jahre 2010 bis 2012 seien mindestens zehn Milliarden Euro Anschubfinanzierung in der Dritten Welt nötig. Unklarheit gebe es auch über die EU-interne Lastenteilung oder die Anrechenbarkeit der Kohlendioxid- Speicherkapazität von Wäldern.
Geklärt werden müsse ebenfalls, wie und durch wen die Gelder verteilt werden sollten. Gegenüber den etablierten internationalen Finanzinstitutionen herrsche Misstrauen in den Entwicklungsländern, da diese nicht mehr die globalen Machtverhältnisse widerspiegelten. De Boer zeigte sich zuversichtlich, dass in Kopenhagen ein Erfolg gelingen könne. Darauf hofft auch Bundesumweltminister Röttgen: »Kopenhagen muss ein Erfolg werden«, sagte er. »Ein Scheitern hätte zur Folge, dass wir katastrophale Folgen weltweit zu erdulden hätten.«
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.