Rabiate Kindergärtnerin

Rechtsprechung

  • Lesedauer: 2 Min.

Wegen ihrer rabiaten Erziehungsmethoden hat das Amtsgericht Gera gegen eine Kindergärtnerin zwei Jahre Berufsverbot verhängt.

Zudem wurde die 59-Jährige zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und muss 2400 Euro an Kindereinrichtungen zahlen.

Der Strafrichter sah es den Angaben nach als erwiesen an, dass die Frau im Kindergarten einen Einjährigen in einen dunklen Raum gesperrt sowie andere Kinder zum Essen gezwungen hatte. Sie bestritt die Vorwürfe vehement und stellte sich als Mobbing-Opfer dar.

Die Anklage hatte ihr vorgeworfen, im Sommer 2008 Kinder auch geschlagen oder zur Strafe für volle Windeln kalt abgeduscht zu haben. Eltern hatten sich gewundert, warum ihre Kinder Schlafstörungen und Angst vor der Dusche bekamen oder kein Fleisch mehr essen wollten. Nachdem solches Verhalten bei mehreren Kindern aufgefallen war, geriet die 59-Jährige in Verdacht.

«Ich schwöre ihnen: Ich habe keinem Kind etwas getan«, hatte sie noch zum Prozessauftakt Ende Oktober beteuert. Doch das Gericht sah das anders und verurteilte sie wegen Freiheitsberaubung sowie in drei Fällen von Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung. Die übrigen Vorwürfe seien eingestellt worden, da sie gegenüber diesen Punkten nicht wesentlich ins Gewicht fielen, hieß es.

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, die Anklage auf eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.