MAN in der Krise
Nach Schmiergeldaffäre droht Millionenbuße
München (dpa/ND). Nach dem Rückzug von MAN-Chef Håkan Samuelsson drohen seinem Nachfolger möglicherweise noch höhere Belastungen als bisher bekannt. Nach einem Bericht der »Süddeutschen Zeitung« (Dienstag) könnte das wegen der Affäre fällige Bußgeld für MAN deutlich über 100 Millionen Euro betragen. Die Staatsanwaltschaft München wollte sich dazu am Dienstag nicht äußern. Auch bei MAN war keine Stellungnahme zu erhalten.
Samuelsson hatte am Montag seinen Posten geräumt und damit die politische Verantwortung für die Korruptionsaffäre übernommen, die den Konzern seit Mai in Atem hält. Gegen den Schweden wird aber nicht ermittelt. Sein kommissarischer Nachfolger wird der Chef der Dieselmotorensparte, Georg Pachta-Reyhofen.
Nach bisherigen Ermittlungsergebnissen habe MAN etliche Kunden im Ausland (Europa, Afrika, Asien) bestochen, um Großaufträge vor allem für Busse zu erhalten, hieß es in dem Zeitungsbericht. Die fragwürdigen Zahlungen hätten sich auf 50 bis 100 Millionen Euro belaufen. Im Inland soll rund eine Million Euro für Schmiergeldzahlungen ausgegeben worden sein. Über die Höhe der Strafzahlung laufen derzeit Gespräche mit der Staatsanwaltschaft. Laut »SZ« soll MAN die Gewinne berechnen, die aus den »geschmierten« Aufträgen resultierten. Mit einem Ergebnis sei frühestens im ersten Quartal 2010 zu rechnen.
Mehrere Beschuldigte müssen derweil laut »SZ« damit rechnen, wegen der Korruptionsdelikte angeklagt zu werden. Darunter sei auch der Ex-Chef der MAN-Tochter Turbo, gegen den wegen Bestechung in Kasachstan in Millionenhöhe ermittelt werde. Die Affäre hatte vor Samuelsson bereits zwei andere MAN-Top-Manager den Job gekostet.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.