Auch uralte Atommeiler weiter in Betrieb
Berlin (dpa/ND). Alle 17 Atomkraftwerke in Deutschland sollen mindestens bis zum Herbst Strom liefern. Dann will die Bundesregierung über eine Verlängerung der Laufzeiten entscheiden. Auch die unmittelbar vor der Abschaltung stehenden Uraltmeiler Neckarwestheim I in Baden-Württemberg und Biblis A in Hessen sollen nach den Vorstellungen von Schwarz-Gelb und der vier großen Energiekonzerne am Netz bleiben, so Koalitionskreise. Anders als zunächst vermutet seien dazu keine gesetzliche Schritte notwendig.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen teilte mit, dass der Entwurf eines Energie-Gesamtkonzepts vor der Sommerpause vorgelegt werden soll. Die Entscheidung über die künftige Versorgung mit Öko-Energie sowie Atom- und Kohlestrom ist im Oktober vorgesehen.
SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte zu den Plänen: »Angela Merkel hat Angst vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen und will das Thema bis dahin durch Tricksen und Täuschen verstecken. Aber die schmutzigen Deals sind in Wahrheit alle schon gemacht: Die alten AKWs laufen weiter, die Atomlobby verdient Milliarden und ein paar hundert Millionen landen als Brosamen bei der Regierung.« Die Konzerne sollen einen Teil der Zusatzgewinne abgeben, die sie mit dem Weiterbetrieb der abgeschriebenen Reaktoren erzielen. Massiven Widerstand kündigten die Grünen an.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.