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Keine Köpfe
Es war lange nichts mehr zu hören in Sachen Wettmanipulation im Fußball. Gestern gab es nun gleich zwei Meldungen. Im Fokus zum einen das deutsche Spiel der 2. Bundesliga zwischen 1860 München und Rot-Weiß Ahlen, das vor vier Wochen 0:1 endete. Zum anderen China, wo mehrere Schiedsrichter betrogen haben sollen.
In China macht man Nägel mit Köpfen und nagelt die verantwortlichen Köpfe fest. Der nationale Verbandschef Nan Yong musste nach seiner Verhaftung zurücktreten, Schiedsrichter Huang Junjie, der zuletzt international in der WM-Qualifikation pfiff, packt jetzt bei den Ermittlern aus, andere Kollegen wurden zu Verhören abgeführt und der Ligastart um eine Woche auf Ende März verschoben.
In Deutschland hingegen fischt man im Ungewissen und lässt die ins Gerede Gebrachten unwissend. Sind Spieler im Verdacht? Ein Schiedsrichter? Kein Kommentar vom Deutschen Fußball-Bund, der auf die Staatsanwaltschaft Bochum verweist. Was war mit dem Frühwarnsystem? Dort habe es »keine signifikanten Bewegungen« gegeben. Schon im Dezember wurde ein Spiel von 1860 München verdächtigt – ohne konkrete Anhaltspunkte. So langsam darf gezweifelt werden, ob hierzulande noch schuldige Köpfe gefunden werden.
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