Hertha macht was draus

Klaus Joachim Herrmann über das Strafspiel in der Waldbühne

  • Lesedauer: 1 Min.

Ein Strafspiel mit stark reduzierter Kulisse steht Hertha BSC im Olympiastadion bevor. Das haben dem ohnehin schwer gebeutelten Fußballklub Randalierer eben mit ihren Randalen eingebrockt. Spielen Spieler foul, müssen sie raus. Hier haben Zuschauer foul gespielt, da gilt wohl für den Fußballverband irgendwie das Gleiche. Allerdings wird im einen Fall die Mannschaft, im anderen die Fangemeinde gleich mit bestraft. Solche Denkzettel erweisen sich wohl stets als ganz besonders bitter.

Doch Herthas Kicker stemmten sich plötzlich, unerwartet und kaum noch erhofft gegen den lange anscheinend unvermeidlichen sportlichen Niedergang. Nun offenbaren die Anhänger ihrerseits Pfiffigkeit und unvermutete Tatkraft. Sie mogeln sich geschickt aus einer ebenfalls fast ausweglosen Situation. Aus der benachbarten Waldbühne machen sie quasi ein Stadion mit 15 000 Plätzen. Da können die Bilder des Spiels verfolgt werden und die Fans werden zu hören sein. Statt einer lärmenden Kulisse findet das Spiel also zwei. Die sind in Hörweite, werden sich also auch noch gegenseitig anspornen.

Strafe soll ja erziehen und Besserung fördern. Hertha macht was draus, nimmt's trocken schnoddrig und mit Witz originell. Vielleicht war die alte Dame noch nie so berlinisch wie ausgerechnet jetzt in höchster Not.

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