Allianz der Linken im Baskenland

Ziel: Auf friedlichem Weg zur Souveränität

  • Lesedauer: 2 Min.
Von Ralf Streck, San Sebastian

Trotz Verbots in Spanien bleibt die baskische Partei Batasuna (Einheit) politisch aktiv. Am Sonntag bildete sie gemeinsam mit der sozialdemokratischen Partei Baskische Solidarität (EA) einen »Pol der Souveränität«.

In Bilbao unterzeichneten EA-Chef Peio Urizar und ein ehemaliges Batasuna-Führungsmitglied ein Abkommen über das gemeinsame Eintreten für ein unabhängiges Baskenland. Hunderte Mitglieder beider Parteien verpflichteten sich im Beisein internationaler Beobachter, »eine Strategie zu entwickeln, die auf der zivilen, friedlichen und demokratischen Auseinandersetzung basiert«. Das Bündnis, das für weitere Formationen offen sein soll, will sich spanischem und französischem Nationalismus entgegenstellen, der den Basken von beiden Staaten aufgezwungen werde.

Die baskische Linke vertritt die Auffassung, dass nur ein unabhängiger baskischer Staat die Unterordnung unter Spanien und Frankreich überwinden kann. »Wir wollen die Souveränität, um in Frieden leben und mit anderen Völkern gegenseitige solidarische Beziehungen entwickeln zu können«, heißt es in dem Dokument. Das Projekt wende sich gegen niemanden, weder am Ebro (gegenüber Spanien) noch am Aturri (gegenüber Frankreich) sollten Grenzzäune gezogen werden. Man wolle den »politischen Konflikt überwinden«, um »für eine definitives Ende der Gewalt« zu sorgen.

Ohne die ETA direkt anzusprechen, wird die Untergrundorganisation damit indirekt aufgefordert, eine überprüfbare Waffenruhe zu verkünden. Seit August 2009 gab es keine ETA-Anschläge mehr. Während EA-Chef Peio Urizar eine »deutliche Antwort« der Aktionseinheit ankündigte, falls es zu einem Anschlag kommt, zeigte sich Batasuna überzeugt, dass die ETA einen »positiven Beitrag« zum Abkommen leisten werde.

In Madrid zeigten sich umgehend Verbotsreflexe. Die regierende PSOE beklagte eine »Unverantwortlichkeit«, die zu »gravierenden Problemen« für EA führen werde. Justizminister Francisco Caamaño drohte sogar mit einem EA-Verbot, schließlich habe man das Parteiengesetz – extra zum Zwecke des Batasuna-Verbots geschaffen – schon »mehrfach angewendet«. Zudem arbeitet die Regierung an einer Verschärfung des Gesetzes.

Aus der rechten Volkspartei (PP) verlautete, jede von Batasuna unterstützte Liste »muss verboten werden«. Offenbar geht es Madrid weniger um die Gewalt der ETA als um die Kriminalisierung jeglicher Forderung nach baskischer Souveränität.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.