Brunner-Prozess: Urteil erst im September
Drei weitere Verhandlungstermine angesetzt
München (epd/ND). Im Prozess um den gewaltsamen Tod Dominik Brunners will das Landgericht München sein Urteil erst am 6. September verkünden. Wie das Gericht am Montag mitteilte, hat die Jugendkammer drei weitere Verhandlungstermine für August angesetzt. Bei Prozessbeginn am 13. Juli war noch ein Urteilsspruch für den 29. Juli erwartet worden.
Der zur Tatzeit 18-jährige Markus S. und der damals 17-jährige Sebastian L. sind angeklagt, den 50-jährigen Geschäftsmann Brunner im September 2009 am Münchner S-Bahnhof Solln derart brutal zusammengeschlagen zu haben, dass er an seinen Verletzungen starb. Der Manager hatte sich schützend vor vier Jugendliche gestellt. Bei der Verhandlung gestanden die beiden jungen Männer die Schläge, bestritten aber die Tötungsabsicht. Im Falle eines Schuldspruchs wegen Mordes drohen Sebastian L. nach Jugendrecht bis zu zehn Jahre Haft. Markus S. könnte nach Erwachsenenrecht zu einer lebenslänglichen Strafe verurteilt werden.
Seit Prozessbeginn befragte das Gericht zahlreiche Zeugen, die zum Teil widersprüchliche Aussagen machten. Einige erklärten, dass Brunner die Angeklagten zuerst angegriffen habe. Zudem liegt ein Bericht der Verteidiger vor, demzufolge Brunner nicht unmittelbar an den Schlägen starb, sondern infolge eines Herzversagens.
Brunner war nach Angaben seines Vaters völlig gesund und sehr sozial eingestellt. »Mein Sohn war kerngesund«, sagte der 80 Jahre alte Oskar Brunner in einer am Montag vor dem Landgericht Mün verlesenen Vernehmung.
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