Zäsur in Wismar und Rostock
Frühere Wadan-Arbeiter ab 1. August arbeitslos
Wismar/Rostock (dpa/ND). Die meisten der früheren Mitarbeiter der insolventen Wadan-Werften in Wismar und Warnemünde werden von kommender Woche an arbeitslos sein. Am 31. Juli enden die nach der Insolvenz der Werften gegründeten Transfergesellschaften. Die Werftarbeiter stehen nach Ansicht des Chefs der Arbeitsagentur Wismar, Edgar Macke, vor einer wichtigen Entscheidung: Entweder sie verlassen Mecklenburg-Vorpommern, um in anderen Bundesländern zu arbeiten, oder sie nehmen in Kauf, unter teilweise nicht unerheblicher Einkommensminderung im Land tätig zu sein, sagte Macke am Dienstag in einem dpa-Gespräch.
Macke erwartet einen spürbaren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Raum Wismar und Rostock, wenn die Transfergesellschaften nach einem Jahr auslaufen. »Wir rechnen damit, dass rund 1300 Menschen betroffen sein werden.« Die Arbeitsagentur in Wismar werde sich um 500, die in Rostock um rund 800 ehemalige Werftarbeiter kümmern müssen. Die Arbeitsagenturen seien bereit, noch weitere Qualifizierungen zu übernehmen, zum Beispiel für Jobs in der vielschichtigen Dienstleistungsbranche. Die Agentur in Wismar organisiert heute eine Arbeitsmarktbörse mit 16 Zeitarbeitsunternehmen.
»Es gibt eine Vielzahl von Arbeitsmöglichkeiten für die hoch qualifizierten Werftmitarbeiter«, sagte Macke. Metallbetriebe in ganz Deutschland würden teils händeringend nach Fachkräften aus der Metallbranche suchen. Die meisten von Arbeitslosigkeit betroffenen Mitarbeiter hätten nun einen Anspruch auf Arbeitslosengeld – in der Regel für ein Jahr. Macke warnte aber davor, diese Zeit auszureizen.
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