Minister Brüderle schlägt Lockprämie vor

Ausländische Fachkräfte sollen Lücken füllen

  • Lesedauer: 2 Min.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will mit einer groß angelegten Offensive qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland locken.

Düsseldorf (AFP/ND). Minister Brüderle sagte dem »Handelsblatt«, es gehe ihm darum, Deutschland »endlich attraktiv« zu machen für ausländische Fachkräfte. Er plane deswegen eine Fachkräfte-Initiative. Sein Ziel sei es, »ein Gesamtkonzept zu entwickeln, mit dem qualifizierte ausländische Arbeitnehmer nach Deutschland kommen«.

Ein Mittel für die Anwerbung Hochqualifizierter sei »die Reduzierung der Einkommensschwellen« für ausländische Fachkräfte. Bislang gelten hohe Lohn-Untergrenzen, wenn Unternehmen eine Arbeitserlaubnis für ausländische Fachkräfte erhalten wollen. Auch ein Begrüßungsgeld der Wirtschaft für Fachkräfte hält der Wirtschaftsminister für möglich. »Es ist denkbar, dass einige Unternehmen, die es sich leisten können und dringenden Bedarf haben, ausländischen Facharbeitern eine Lockprämie zahlen«, sagte Brüderle. Ausgeschlossen sei dagegen, »dass der Bund mit Steuergeldern Fachkräfte aus dem Ausland den Weg nach Deutschland versüßt«. Brüderle sagte, er lade Wirtschaftsverbände und auch Wissenschaftler ein, seinen Vorstoß zu begleiten.

Die IG Metall lehnte den Vorstoß Brüderles ab. »Wenn die Wirtschaft will, dass es in Deutschland ein Fachkräftepotenzial gibt, dann sollte sie Arbeitnehmer nachqualifizieren«, sagte IG-Metall-Bildungsexperte Klaus Heimann. Dies gelte speziell auch für junge Menschen unter 30 Jahren, unter denen es viele Arbeitslose gebe. Durch Anstrengungen im eigenen Land könnten die Unternehmen ihre Probleme in den Griff bekommen.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.